Der Mittelstand und die Globalisierung: Chance oder existenzielle Bedrohung?

Langenargen(oej). Zusammenfassung eines Festvortrags von Dr. Andreas Wolf, geschäftsführender Gesellschafter der LINNIG Trucktec GmbH, Markdorf und der CM Sintertechnik, Bad Schussenried. Gehalten anlässlich des Neujahrsempfangs bei den Kältespezialisten von H&H Gerätebau, Langenargen, Bodensee, Januar 2008.

Langenargen(oej). Zusammenfassung eines Festvortrags von Dr. Andreas Wolf, geschäftsführender Gesellschafter der LINNIG Trucktec GmbH, Markdorf und der CM Sintertechnik, Bad Schussenried. Gehalten anlässlich des Neujahrsempfangs bei den Kältespezialisten von H&H Gerätebau, Langenargen, Bodensee, Januar 2008.

Grundlegende Veränderung bei Bevölkerung und Anforderungen

Der Festredner stellte zunächst die grundlegend geänderten Bedingungen dar, die zu globalen und auch ganz direkt bei uns im Lande nachvollziehbaren Veränderungen führen müssten. Dazu gehörten nicht nur die Geburtenschwäche der Deutschen sondern auch die Notwendigkeit der guten Ausbildung und der Innovationsbereitschaft im richtigen Markt und in den richtigen Sektoren. Die notwendigen ständigen Innovationen beträfen Produkte, Dienstleistungen, Märkte, Prozesse, Methoden und Abläufe, erläuterte Wolf. Dabei sei nicht allein die Innovationsgröße, sondern vielmehr die Geschwindigkeit und das Alleinstellungsmerkmal der Innovationen relevant. Wolf betonte, mit den veränderten Verhältnissen der Kommunikationswelt und des global verfügbaren Wissens kämen neue Anforderungen auf die Menschen zu. Der Festredner erläuterte die Auswirkungen von Ausbildung und sozialer Kompetenz, wobei er auch provokativ das bestehende Sozialsystem in Frage stellte. Schließlich gab der Referent einen Ausblick auf mögliche Veränderungen der industriellen Zusammenarbeit und Geschäftsstrategien. Im Vertrauen auf Können und Veränderungsbereitschaft, resümierte Wolf, könne die globale Zukunft durchaus positiv gesehen werden.

Innovationen, Wissensvorsprünge und Paradigmenwechsel

Ständige Verbesserung und Fortbildung, hohe Flexibilität und Stärken bei „Softskills“ machten das Besetzen von profitablen Nischen möglich. Auch im Bereich Innovationen müsse eine neue Marktorientierung erfolgen – und die Tenzenz gehe eher zum KISS-Prinzip (keep it small and simple). Eine Bilanz zog Wolf, indem er aufteilte: Globalisierung sei Bedrohung für Unternehmen mit überkommenen Hierarchiestrukturen, mit fehlender Personalentwicklung und mit mangelnder Flexibilität. Eine Chance sei die Globalisierung dagegen für globale Anbieter von „Wissenskapital“, für Unternehmen, die Mitarbeiterentwicklung betrieben hätten und für hochflexible Organisationen, die auf ständige Veränderungen der Bedingungen reagieren könnten. Andereas Wolf betonte, der Paradigmenwechsel sei umfassend. Er prognostizierte in seinem Schlusswort, das Humankapital werde das Finanzkapital als kritischen Erfolgsfaktor ablösen. Wenn unser Land die entsprechenden Faktoren mit einbezöge, habe es gute Voraussetzungen, der globalen Herausforderung mutig zu begegnen.

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