Soziale und fachliche Initiative, vorbildlich für den Mittelstand: Innerbetrieblicher Sprachkurs für Facharbeiter

Langenargen(oej). Seit Ende März gibt es bei H&H eine Neuerung: Facharbeiter mit Migrationshintergrund und verbesserungsfähigen Deutschkennnissen bekommen Unterricht von qualifizierten Nachhilfelehrern.

Langenargen(oej). Seit Ende März gibt es bei H&H eine Neuerung: Facharbeiter mit Migrationshintergrund und verbesserungsfähigen Deutschkennnissen bekommen Unterricht von qualifizierten Nachhilfelehrern.

Geschäftsführer Norbert Herrmann (Bild Mitte rechts) erläutert diesen großen Schritt  für das relativ kleine Unternehmen. Es habe sowohl soziale als auch unternehmenstechnische Gründe, dass hier in Sprachkurse für Mitarbeiter investiert werde. Und schließlich müsse man an die Zukunft denken, erklärt Herrmann. Der Kältefachmann hat die Zeichen der Zeit erkannt, nach denen immer mehr die Personalressourcen in den Vordergrund rücken. Außer einem abgestimmten guten Arbeitsklima, komme es darauf an, die Mitarbeiter zu qualifizieren und entsprechend zu motivieren. So erreiche man einen Mehrwert für Mitarbeiter und Unternehmen.

Viele haben es bereits erkannt, dass immer mehr ausländische Arbeitskräfte eingesetzt werden müssen, um den heimischen Facharbeitermangel auszugleichen. Das gehe natürlich nicht einfach so, erklärt Herrmann. Durch sprachliche und fachliche Qualifizierungen erwarte er Verbesserungen der internen Kommunikation, mehr gegenseitiges Verständnis und eine Verbesserung der betrieblichen Abläufe. Der persönliche Gewinn bei der Sache für die Facharbeiter durch mehr Know-how und einen besseren Ausbildungsstand sei ein zusätzliches Motiv. Deswegen trage das Unternehmen auch das Schulungsprogramm.

An den zwei Schulstunden pro Woche nehmen zunächst drei Mitarbeiter mit russischem, südeuropäischem und arabischem heimatsprachlichen Hintergrund teil. Inhalte sind vor allem deutsche Sprache in Theorie und Praxis, mit Grammatik, Satzbau und praktischer Sprachanwendung. Der Schwerpunkt liegt auf Lesen und Sprechen, Schreiben steht erst an dritter Stelle. Dazu kommen noch Hausaufgaben und die Aufgabe der Dokumentation. Das bedeutet, die ganze Ausbildung wird schließlich am Ende des Schulungsjahres in schriftlicher Form als eine Art Ausstellung präsentiert. Das bedeutet, schriftliche Ergebnisse werden gezeigt, Textinterpretationen und andere schriftliche Ausarbeitungen werden im Unternehmen präsentiert. Die Sprachtrainer (Bild vorne rechts und links), die mit Deutsch als Fremdsprache Erfahrung haben und auch für eine große Nachhilfeorganisation arbeiten, zeigten sich von den ersten Schritten begeistert. Auch die „Schüler“ hatten nach anfänglichen Zweifeln schnell Spaß am Unterricht und zeigen schon erste Erfolge.

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